Starker erhöhter Verbrauch an Motorenschmieröl nach Fahrzeugkauf
Nachweis eines verdeckten Mangels trotz gegenteiliger Verkäuferangaben
Ausgangssituation
Kurz nach dem Kauf eines gebrauchten Diesel-Fahrzeugs vom Typ Soda Oktavi (Laufleistung ca. 196.000 km) stellte der Käufer einen ungewöhnlich hohen Motorölverbrauch fest. Bereits auf der Heimfahrt erschien eine Ölstandswarnmeldung.
In der Folge wurde ein Ölverbrauch von etwa 1 Liter auf 500 km seitens des Fahrzeughalters dokumentiert – ein Wert, der deutlich außerhalb des üblichen technischen Toleranzbereichs liegt.
Hinweise auf diesen Zustand waren vor dem Kauf weder im Verkaufsgespräch noch in den Fahrzeugunterlagen ersichtlich.
Problemstellung
Der Verkäufer wies jegliche Verantwortung zurück und berief sich auf normalen Verschleiß.
Zu klären war:
Liegt ein technisch erhöhter Ölverbrauch vor?
Handelt es sich um einen Sachmangel?
Bestand dieser bereits zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs?
Ist der Ölverbrauch technisch zulässig oder unüblich?
Untersuchung durch den Sachverständigen
Zur gerichtsfesten Klärung wurde eine umfassende technische Analyse
durchgeführt:
Prüfung auf äußere Ölverluste
Analyse der Kurbelgehäuseentlüftung und Druckverhältnisse
Analyse Motorrenschmieröl
Kompressionsprüfung aller Zylinder
Endoskopische Untersuchung von Brennräumen und Turbolader
Auswertung von Betriebsdaten und Fehlerspeicher
Probefahrt unter Lastbedingungen
Dokumentierte Ölverbrauchsmessung
Technischer Befund
Keine relevanten äußeren Undichtigkeiten
Deutliche Ölkohleablagerungen im Brennraum
Unauffällige Kompressionswerte
Ölaustritt an den Ventillschaftdichtungen
Kein Hinweis auf kurzfristige Schadensursachen
Die Befunde sprechen für einen ölverbrennungsbedingten Verschleiß im Motorinneren.
Der festgestellte Ölverbrauch ist nicht betriebsüblich, sondern als technischer Defekt zu bewerten.
Bewertung & Kausalität
Der festgestellte Zustand kann technisch nicht kurzfristig entstanden sein.
Vielmehr handelt es sich um einen fortgeschrittenen Verschleißprozess, der bereits vor dem Kauf vorlag.
Der Ölverbrauch überschreitet deutlich die herstellerüblichen Toleranzen.
Ergebnis
Auf Grundlage des Gutachtens wurde ein Sachmangel im Sinne des Kaufrechts festgestellt.
Der Verkäufer wurde zur Nacherfüllung bzw. Kostenübernahme verpflichtet.
Mehrwert für Mandanten
Verdeckte Motorschäden lassen sich technisch eindeutig nachweisen
Erhöhter Ölverbrauch ist häufig ein relevanter Mangel
Ein fundiertes Gutachten schafft die entscheidende Grundlage für die Durchsetzung von Ansprüchen