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Ingenieurbüro für Verbrennungsmotoren GmbH

öffentlich bestellter und vereidigter Motorensachverständiger-Dipl. - Ing. (FH) Jörg Schulz

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Inhalt Fallbeispiel
Motorschaden durch Ölmangel nach Motorinstandsetzung

Klärung: Instandsetzungsmangel oder technischer Defekt

Ausgangssituation

An dem streitgegenständlichen Dieselmotor eines Traktors wurden nach einem Vorschaden infolge von Verbrennungsstörungen umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Nach einer Betriebsdauer von ca. 200 Stunden trat erneut ein schwerer Motorschaden auf.

Im Mittelpunkt der technischen und rechtlichen Bewertung stand die Frage:

  • Lag ein Mangel der durchgeführten Instandsetzung vor?
  • Oder ist der Schaden auf einen nachträglichen technischen Defekt (z. B. Ölverlust) zurückzuführen?
Problemstellung

Die Ursachenzuordnung war entscheidend für die Haftungsfrage:

  • Instandsetzungsmangel → Verantwortlichkeit der Werkstatt
  • Technischer Defekt → Verantwortlichkeit des Halters

Ohne eine belastbare technische Kausalitätsanalyse war eine rechtssichere Bewertung nicht möglich.

Untersuchung durch den Sachverständigen

Zur Klärung der Schadenursache wurden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Feststellung und Dokumentation des Schadensbildes
  • Überprüfung der Motorenschmierölpumpe  
  • Analyse des Motorenschmierölkreislaufs
  • Untersuchung auf äußere Leckagen und Undichtigkeiten
  • Rekonstruktion des Schadensverlauf

Schadensanalyse

Im Rahmen der technischen Untersuchung wurden folgende Befunde erhoben:

  • Keine feststellbaren äußeren Ölverluste
  • Motorenschmierölpumpe ohne Funktionsauffälligkeiten
  • Ansaugsieb frei von Verunreinigungen
  • Deutliche adhäsive Verschleißerscheinungen an den Triebwerkslagern infolge Mangelschmierung
  • Fehlender O-Ring am Rohrstutzen der Motorenschmierölpumpe

Bewertung & Kausalität

Aus sachverständiger Sicht ist festzustellen:
  • Im Zuge der vorangegangenen Motorinstandsetzung wurde bei der Montage der Motorenschmierölpumpe ein erforderlicher O-Ring am Rohrstutzen nicht verbaut.

  • Durch die fehlende Abdichtung kam es zu internen Druckverlusten im Schmierölsystem. Infolgedessen konnte insbesondere unter bestimmten Betriebsbedingungen keine ausreichende Versorgung der Lagerstellen mit Motorenschmieröl sichergestellt werden.

  • Dies führte ursächlich zu einer Mangelschmierung und in der Folge zu adhäsivem Verschleiß der Triebwerkslager.

  • Der festgestellte Schadensverlauf ist technisch schlüssig und widerspruchsfrei mit diesem Befund vereinbar.

Ergebnis

  • Der eingetretene Motorschaden ist kausal und eindeutig auf einen Mangel im Rahmen der Motorinstandsetzung zurückzuführen.

  • Eine Verantwortlichkeit des Halters aufgrund eines eigenständigen technischen Defekts konnte ausgeschlossen werden.
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